Tipps zur Vorbeugung einer myofunktionellen Störung 

Wir wünschen uns, dass die Mundmuskulatur Ihres Kindes sich gut entwickelt

und möchten Ihnen deshalb im Folgenden wichtige Hinweise zur Vorbeugung geben.

Stillen ist das Beste für Ihr Kind

 

Das Saugen fördert die Ausbildung des Kiefers und der Mundmuskulatur.

Eventuelle Folgen: Bei zu frühem Abstillen, z.B. nach 6 Wochen, ist der Übeeffekt für die

Mundmuskulatur nicht ausreichend.

 

Flasche nicht über einen zu großen Zeitraum geben

 

Die Flasche nicht länger als ein Jahr geben! Nach der Stillzeit sollte das Baby

mit dem Löffel essen und aus der Tasse trinken lernen. Trinklerntassen/ Schnabeltassen

sind nicht zu empfehlen. Diese Schnabeltasse sollte nur über ein paar Wochen gegeben werden.

Als Alternative kann ein Strohhalm verwendet werden. Eventuelle Folgen: Durch das "Baby-Schluckmuster"

(nach vorne zwischen die Kiefer) können später die Zähne eine Fehlstellung,

oftmals einen offenen Biss entwickeln.

 

Loch im Flaschensauger nicht vergrößern

 

Je größer das Loch im Sauger ist, desto leichter fließt die Nahrung heraus,

und desto weniger Möglichkeit haben die Zungen-, Lippen-, Wangen- und

Kiefermuskeln richtig zu arbeiten und das Kind muss weniger saugen. Breisauger

und Teesauger sollten nicht getauscht werden.

Eventuelle Folgen: Das Kind stößt mit der Zunge nach vorne, um den Nahrungsfluss zu bremsen,

dadurch kann die Zunge ihre Funktion als Kieferformer beim Saugen und Schlucken nicht erfüllen.

 

Lippenauflage des Saugers muss groß genug sein

 

Nur wenn der Durchmesser des Saugers groß genug ist, liegen die Lippen mit guter Spannung,

ähnlich wie beim Saugen an der Brust, rund um den Sauger.

 

Frühzeitig feste und abwechslungsreiche Nahrung anbieten

 

Frühzeitig feste Nahrung anbieten für ein gutes Kauverhalten, z.B. nicht die Kruste vom Brot

abschneiden und das Kind an verschiedene Geschmacksrichtungen gewöhnen.

 

Daumenlutschen und Schnuller frühzeitig abgewöhnen

 

Sollte Ihr Baby zum Daumenlutschen neigen, versuchen Sie einen Schnuller anzugewöhnen.

Ein Schnuller kann mit 2-2½ Jahren (allerspätestens mit 3 Jahren) leichter abgewöhnt

werden als der Daumen (z.B. dem Osterhasen an Ostern mitgeben).

Den Schnuller nur dann geben wenn das Kind auch wirklich ein Saugbedürfnis hat

und nicht ständig am Jäckchen "anketten". Fragen Sie sich immer, ob das Unwohlsein

auch ein Zeichen für ein anderes Bedürfnis sein kann. Eventuelle Folgen: Der Daumen

(und zu langes Schnullern) verändert den Kieferknochen, dies kann zu Aussprachestörungen

und zur Mundatmung führen.

 

Infektionen und Schnupfen frühzeitig behandeln

 

Wir empfehlen regelmäßige HNO-Kontrollen auch wenn Ihnen selbst nichts auffällt.

Diese Kontrollen sind sehr wichtig zur Vorsorge. Längere Mundatmung durch verstopfte

Nase ist eine Ursache für schwache Mundmuskeln.

 

 

 

Wenn Sie diese Hinweise beachten, haben sie sehr viel für die gesunde Mundmotorik

und damit die Entwicklung der Zahnstellung und Aussprache getan.

 

Manchmal kommt es trotz der vorbeugenden Maßnahmen durch z.B. ständigem Schnupfen

oder Veranlagung, dazu, dass sich eine schwache Mundmuskulatur (Myofunktionelle Störung)

ausbildet. Durch Logopädie kann dies behoben werden. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

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